24h-Rennen mit Top-Besetzung

Am Himmelfahrtswochenende verwandelt sich der Nürburgring zum wohl größten Festivalgelände, das es im automobilen Rennsport gibt. Ab Donnerstag bebt beim ADAC Zurich 24h-Rennen die „Grüne Hölle“, wenn die rund 160 Fahrzeuge auf die Strecke gehen oder die spektakulären weiteren Rennen – darunter die FIA-Tourenwagen-Weltmeisterschaft – die Fans entlang der über 25 Kilometer langen Rennstrecke in Begeisterung versetzen. Zuschauer und Teams beziehen im Laufe der nächsten Tage ihre Campingplätze und Boxen, ab Donnerstag drehen sich am Ring die Räder.

Auch für die Fahrer ist es eine besondere Veranstaltung und das Highlight des Jahres. Auf der einen Seite stellen sie sich einer der schwierigsten Rennstrecken der Welt, auf der anderen Seite erleben sie eine einzigartige Atmosphäre, der sie sich auch in den Cockpits nicht entziehen können. Das gilt nicht nur für die Teilnehmer am ADAC Zurich 24h-Rennen, sondern auch für die Starter im Porsche Carrera Cup Deutschland und ganz besonders für die WTCC. Die Tourenwagen Weltmeisterschaft traut sich zum ersten Mal auf die Nordschleife und bringt den Fans noch mehr Action.

Alle fiebern vor allem einem Augenblick entgegen: Samstag, 16.00 Uhr. Dann kehren die Teilnehmer aus ihrer Einführungsrunde über die Nordschleife zurück und starten ins 24h-Rennen. In diesem Augenblick sind Party und Grillwürstchen vergessen, denn nun zählen für alle nur der Start und die spektakuläre Anfangsphase. Zwar sagt das Sprichwort, dass man so ein Langstreckenrenn nicht in der ersten Kurve gewinnen kann – aber man kann viel verlieren. „Bereits auf die ersten eineinhalb Stunden kommt es an“, bestätigt Dirk Adorf, der für das BMW Sports Trophy Team Marc VDS antritt. „Da herrscht noch viel Hektik, und es ist wichtig, gut durchzukommen, sich nicht beirren zu lassen und schnell einen guten Rennrhythmus zu finden. Nach zwölf Stunden hat sich das Feld schon etwas aussortiert, und wenn man nach 18 Stunden immer noch gut im Rennen liegt, dann spielt man am Ende vorne mit.“

Die beiden Tage zuvor bereiten sich Fans und Teams auf das große Rennen vor. Im Freien Training am Donnerstagnachmittag können die Piloten zum ersten Mal die Strecke inspizieren. Das erste Qualifying führt die Teilnehmer dann in die Nacht. Die Nordschleife bei Dunkelheit und viel Verkehr zu bestreiten, gehört zu den größten Herausforderungen im Leben eines Rennfahrers. Im zweiten Qualifying am Freitagvormittag wird nicht nur die Startaufstellung ermittelt, sondern auch die letzten Plätze für das Top-30-Qualifying vergeben. Das 30-minütige Einzelzeitfahren, das um 17.10 Uhr startet, bildet das erste große Highlight auf der Strecke: Hier kämpfen die 30 besten Teams um die besten Startpositionen.

Die Favoritenfrage in diesem Jahr zu beantworten ist nicht einfach. Zum einen haben die Teams bisher ihre Karten noch nicht auf den Tisch gelegt, und zum anderen dürfen einige neue Fahrzeuge begrüßt werden. So bringt Audi den neuen Audi R8 LMS an die Nordschleife, mit dem sie beim zweiten VLN-Lauf immerhin einen Doppelsieg einfahren konnten. „Ich freue mich auf das Rennen – auch deshalb, weil ich in einem der vier neuen Audi R8 LMS sitze“, blickt Mike Rockenfeller voraus, der für seinen DTM-Arbeitgeber Phoenix diesmal auf der Langstrecke ins Lenkrad greift. „Der Schlüssel für uns wird natürlich die Standfestigkeit des Autos sein. Bisher ist es sehr gut und zuverlässig gelaufen. Daran wollen wir natürlich am Ring anknüpfen. Auf jeden Fall haben wir ein super Paket. Dann muss nur noch das Wetter stimmen.“

Bei BMW setzt man wieder auf den BMW Z4 GT3, wie auch bei Mercedes auf den SLS AMG GT3, für den aber schon ein Nachfolger in den Startlöchern steht. „Ich wollte unbedingt noch einmal mit einem SLS AMG GT3 an den Start gehen, bei dessen Entwicklung ich schließlich von Anfang an dabei war“, erzählt DTM-Rekordchampion Bernd Schneider. „Dazu noch mit Black Falcon, einem Top Team, mit dem ich 2013 gewinnen konnte.“ Tatsächlich ist sein Einsatzfahrzeug ein ganz besonderes: Der SLS AMG GT3 mit der Chassis-Nummer 176, den er sich mit Adam Christodoulou, Andreas Simonsen und Yelmer Buurman teilt, ist der letzte von Mercedes AMG produzierte Renn-Flügeltürer. Im Herbst wird sein Nachfolger debütieren.