Editorial: Sicherheit – eine Daueraufgabe im Motorsport
DSK-Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn
Spektakulärer Crash in der DTM in Italien. Allen Beobachtern stockt der Atem, als Alexandre Prémat mit seinem DTM-Audi quer zur Fahrtrichtung einschlägt, sich zigfach überschlägt, die Verkleidungsteile abwirft und schließlich fast kopfüber am Streckenrand an der Begrenzung zum Stillstand kommt. Es hätte ein Todessturz sein können, aber der Pilot krabbelt unverletzt aus dem Wrack. Wie oft haben wir in den vergangenen Jahren solche dramatischen Abflüge gesehen und wie oft sind die Fahrer nahezu unbeschädigt davongekommen. Nicht nur im Rennwagen, auch im Rallyefahrzeug sind die Überlebenschancen in den modernen Boliden faszinierend hoch.
Doch dann erreicht uns die Meldung, dass bei einem kleinen Clubslalom ein Fahrzeug vor der Zieldurchfahrt schleudert, den Sportwart am Ziel erfaßt und umreisst. Das Tempo war vergleichsweise niedrig. Der Sportwart hatte keine Chance. Einer von vielen Helfern, die unseren geliebten Sport erst möglich machen. Er bezahlt seinen selbstlosen Einsatz mit dem Leben – bei einem Clubslalom, dem Einstiegssport der Amateure!
Wie kann das passieren? Meine Gedanken kreisen um den Sportkameraden. Tiefe Trauer hat uns alle erfasst. Seit mehr als fünfzig Jahren kämpft der DSK für die Sicherheit im Motorsport. Unfälle passieren immer wieder, aber sie müssen in den Folgen glimpflich verlaufen. Daran arbeiten wir alle, die Veranstalter, die Konstrukteure, die Streckensicherung. Am Ende aber steht die Vernunft, das vorausschauende Vermeiden von gefährlichen Situationen. Was lernen wir daraus? Auch im sogenannten kleinen Motorsport lauern Gefahren. Wer hier eine Aufgabe übernimmt, darf die Sache nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sicherheit beginnt im Kopf. Leichtsinn, Wagemut, Ignoranz sind die Wegmarken zum Unglück. Helfen Sie mit, den Motorsport so sicher wie möglich zu gestalten. Damit wir alle unsere Freude daran haben.
Deutscher Sportfahrer Kreis e.V.
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