Sag zum Abschied leise Servus

bungard

Hat seinen Helm nach vier Jahrzehnten Motorsport an den Nagel gehängt: Mathias Bungard

39 Jahre lang war Mathias Bungard im Rennsport und vor allem auf der Nordschleife zu Hause – doch jetzt ist Feierabend. 1970 bestritt der er auf dem Nürburgring sein allererstes Rennen – und konsequenter Weise beendete er seine Karriere auch in der ‚Grünen Hölle’. Im November 2009.

 

Und fuhr noch mal ein beachtliches Resultat ein. Mit seinem 1981er Golf GTI belegte der 68-Jährige gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jörgen Dorband in der Gruppe H bis 2000 ccm den fünften Platz.

In den 39 Jahren zwischen diesen beiden Rennen feierte Bungard zahllose Erfolge, sammelte insgesamt mehr als 600 Trophäen und wurde mit diversen Auszeichnungen geehrt. Darunter die höchsten Ehrungen von ADAC Motorsport und DSK – jeweils in Gold mit Brillanten – sowie eine Silberschale vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Und auch seine Rennfahrerkollegen ehrten Bungert bei seinem letzten Rennen mit einer ganz besonderen Geste: 164 Autos trugen den Aufkleber ‚Bye Bye Mathes’. „Diese Ehre wird sonst nur verstorbenen Rennfahrern zuteil", sagte Bungard gerührt.

Doch ‚Mathes’ war ja auch etwas ganz Besonderes. 1974 beispielsweise wurde er unverschuldet in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt und erlitt dabei schwerste Verletzungen. Er war gelähmt, verbrachte zweieinhalb Jahre im Krankenhaus, wurde mehrfach operiert – und kämpfte sich dennoch wieder zurück in seinen geliebten Rennsport.

„Der Motorsport gab mir das Gefühl des Lebens zurück", erinnert sich der Bank- und Versicherungs-Kaufmann. „Diese Zeit hat meinen Charakter und meinen Kampfgeist nachhaltig geprägt."

Auch nach dem Comeback – und selbst im Rentenalter – zählte Bungard stets zu den Schnellsten seines Fachs und gilt wegen seiner andauernden Spitzenleistungen als absolute Ausnahmeerscheinung im Motorsport. Angst vor dem Fahren hatte er nie – und seine Frau Hedi hatte ebenfalls stets absolutes Vertrauen in die Fahrkünste ihres Gemahls. Zwei Jahre lang war sie bei Rallyes als seine Co-Pilotin im Einsatz – und auch hier feierte Bungard elf Siege.

Heute, ein halbes Jahr nach seinem letzten Rennen, „fängt der Verzicht an weh zu tun", räumt der Ruheständler ein, „aber ich wollte aufhören so lange es noch Spaß macht."

Was bleibt ist eine Karriere, auf die Bungard stolz sein kann: Internationaler Meister im Langstrecken-Rennsport (1977), mehrfacher ADAC Meister (1978 und ’81), ADAC Pokal (1991 und ’93), Gewinner des Porsche-Slalom-Cups (1981), Castrol-Haugg Cup, zweifacher Sieger der Leistungsprüfung Nürburgring (1981 und ’93) sowie Teilnehmer bei Europa- und Weltmeisterschaften – um nur einiges zu nennen.

Letztlich ist Bungards Beschluss, seiner Karriere zu beenden, auch ein schmerzlicher Verlust für die gesamte deutsche Motorsport-Szene. Drum sagen auch wir: „Servus Mathes, mach es gut und noch viele schöne Jahre."

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