In Memoriam Rainer Mertel

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Der ehemalige DSK-Vizepräsident Rainer Mertel ist verstorben. Rainer Mertel, früherer Hauptgeschäftsführer des Nürburgrings, war ein Freund des Motorsports und engagierte sich im DSK in den neunziger Jahren als Vizepräsident.

In seiner Zeit wurde die enge Bindung des DSK an den Ring weiter vertieft. Ich habe ihn als vorausschauenden und klugen Planer im Motorsport erlebt, der mit seinem Diktiergerät in der Hand die Dinge rasch und entschlossen vorantrieb. Als Vorsitzender der internationalen Rennstreckenvereinigung „Circuit Permanent International“ kümmerte er sich schon frühzeitig um eine umweltgerechte Durchführung von Motorsportveranstaltungen und veranlaßte Anfang der neunziger Jahre ein Konzept zum professionellen Umweltmanagement von Rennstrecken. Wir besuchten zusammen Monza, diskutierten mit Brands Hatch und halfen Zolder und Zandvoort bei der Bewältigung der Probleme mit Natur- und Nachbarschaftsschutz.

Rainer Mertel war Jurist und von 1984 bis 1994 der verantwortliche Manager des Nürburgrings, der dort den Truck-GP und das Rock am Ring-Festival ins Leben rief und Bernie Ecclestone die Stirn bot. Er wollte sich auch im Interesse anderer Veranstalter nicht dessen Diktat beugen. Der bestrafte ihn mit dem Entzug der Formel 1. Aber Rainer Mertel blieb sich treu. Er war ein Macher, konsequent und gradlinig, aber mit Augenmaß, der schnell begriffen hatte, daß eine Rennstrecke als modernes Unternehmen zu führen ist und dazu eben auch der Ausgleich mit den Umweltbelangen gehört. Er war jemand, der sich für seine jeweilige Aufgabe hundertprozentig einsetzte und die Neugestaltung des Rings in die Wege brachte. Ich habe Rainer persönlich als treuen und verläßlichen Partner und Freund kennen- und schätzengelernt. Daß ausgerechnet er, menschlich integer und ausgesprochen charakterstark, kurz vor seinem Ruhestand nach der Anhörung durch den Untersuchungsausschuß des rheinland-pfälzischen Landtags zur Nürburgring-Entwicklung über einen Zeitraum, den er nicht mehr zu verantworten hatte, einen Schwächeanfall erlitt, von dem er sich nicht mehr erholte, gehört für mich zu den unbegreiflichen Erfahrungen.

Rainer Mertel übernahm nach seiner Zeit am Ring die Verantwortung für den Kurbetrieb in Bad Neuenahr, blieb aber dem DSK eng verbunden, nicht zuletzt durch sein Mitwirken im Ehrenrat des DSK bis heute. Wir haben die Nachricht von seinem Tod mit Bestürzung und tiefer Trauer empfangen und werden ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Dr. Karl-Friedrich Ziegahn
Präsident des DSK e.V.

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