Editorial: Der Ring und der DSK

In seinem monatlichen Editorial bezieht DSK-Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn Stellung zu aktuellen Themen. 

Manchmal scheint es, als konzentriert sich alle Aufmerksamkeit auf den Ring, ich meine den Nürburgring, und besonders auf die Nordschleife. Manchmal aus Freude, manchmal aus Sorge. Dabei gibt es ausreichend Motorsport auf anderen Pisten und in anderen Disziplinen, das sollten wir nicht vergessen. Trotzdem will ich hier den Nürburgring wieder in den Mittelpunkt stellen, aus Freude und aus Sorge.

Freude bereitete wieder der Einsatz von zahlreichen Aktiven des DSK beim jüngsten 24h Rennen, der mich jedes Mal überwältigt. Am Steuer der Rennwagen, hinter der Boxenmauer, im Zelt des DSK, am Steuer der Shuttle-Busse und überall, wo wir etwas für unser Mitglieder tun können. Dafür danke ich allen Beteiligten ganz herzlich und stellvertretend für alle danke ich unserem Schatzmeister Hardy Michel, der als unermüdlicher Orga-Leiter dafür gesorgt hat, dass wir ein wundervolles Rennsport-Wochenende beim DSK erleben durften.

Aus Sorge denke ich an den Ring, weil noch zu viele Dinge ungeklärt sind. Von der Fahrerlaubnis, Permit genannt, deren grundsätzlicher Sinn von vielen anerkannt wird, aber dessen konkrete Ausgestaltung und Vergabepraxis immer noch Fragen aufwirft bis zur immer noch zweifelhaften Sicherheit im Begegnungsverkehr zwischen schnellen und langsamen Boliden. Technik, Disziplin und Streckensicherheit sind die drei Säulen, auf die wir bauen. Dabei ungleiche Maßstäbe anzulegen für WTCC, VLN oder andere Serien lässt sich nicht erklären. Ein Permit kann keine Rennfahrerschulung sein sondern ist eine Einweisung in die besonderen Gegebenheiten der Nordschleife. Und der müssen sich alle unterziehen, die längere Zeit nicht mehr dort Rennen gefahren sind. Das ist bei jeder betrieblichen Sicherheitseinweisung auch der Fall. Der DSK hat mit seinen Fahrern daran mitgewirkt, diese Einweisung jetzt realistischer zu gestalten.

Heftig gerungen haben wir um ein Positionspapier zur Sicherheit, welches wir am Nürburgring veröffentlicht haben. Darin lehnen wir den Streckenumbau klar ab. Die Fahrzeuge müssen sich der Strecke anpassen, nicht umgekehrt. In den folgenden Wochen werden wir mit unseren Experten an der Weiterentwicklung des Sicherheitspakets mitwirken. Und uns hoffentlich bald mal wieder auf die schönen Seiten konzentrieren können: den Motorsport in allen Disziplinen und auf allen Pisten!

Herzlichst Euer
Karl-Friedrich ‚KaFi‘ Ziegahn