Kartfahren – ein hartes Stück Arbeit!

Für den Zuschauer sieht es immer ganz einfach aus: Die Jungs und Mädels der Kartszene setzen sich in ihre Karts, werden von ihren Mechanikern zum Starten des Motors angeschoben und müssen dann einfach nur noch möglichst schnell um die Strecke fahren. Die kräftezehrende Anstrengung – physisch wie auch mental – denen die Nachwuchspiloten während der Rennen ausgesetzt sind, bleibt für das Publikum verborgen. Und so herrschten auch am vergangenen Wochenende schweißtreibende Bedingungen, als die 183 Fahrerinnen und Fahrer aus 24 Nationen auf der 1.197 Meter langen Profi-Rennstrecke des Prokart-Raceland im oberpfälzischen Wackersdorf in die Rennen zum dritten Saisonlauf der Deutschen Kart Meisterschaft starteten. In der Königsklasse des deutschen Kartsports ist seit dieser Saison auch der 15-jährige DSKler Dennis Peter Scott wieder mit von der Partie.

„Wenn Du nicht regelmäßig trainieren gehst und auf deine Kondition und Fitness achtest, dann hast du in einem derart starken Starterfeld wie der DKM bereits verloren.“, so der Nachwuchspilot aus Wallenhorst. „Ohne die entsprechende Ausdauer stehst du die 21 Rennrunden mit insgesamt 25 Kilometern Renndistanz nicht durch. Die Kraft lässt nach und damit auch die Konzentration. Der kleinste Fehler, sei es, dass du zu früh bremst, dass zu spät auf das Gas gehst oder du in einer Kurve nicht die perfekte Rennlinie triffst, all das kostet sofort Zeit und im Rennen meist auch gleich Plätze.“, erklärt der Youngster.

Seine Fitness hat der Rookie mittlerweile fest im Griff, da konnten ihm auch die heißen Temperaturen des vergangenen Wochenendes und der enorm kräftezehrende Grip auf der Strecke nichts anhaben. „Ich halte mich vier Mal die Woche mit Kraft- und Lauftraining fit. Das macht sich mittlerweile in den Rennen absolut bemerkbar.“, so der Rookie. Mit dem mentalen Druck, dem die Piloten insbesondere beim Start und in den Zweikämpfen ausgesetzt sind, kann Scott ebenfalls gut umgehen: „Ich merke, dass mir die Erfahrung aus den vergangenen Rennen hilft, in den unterschiedlichsten Rennsituationen – in Bruchteilen von Sekunden – die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das gibt Selbstvertrauen und macht mich mental immer stärker.“, erklärt er und analysiert weiter: „Jetzt müssen wir nur noch das Material in den Griff bekommen. Irgendwie hat es am vergangenen Rennwochenende immer irgendwo geklemmt. Entweder lag das Chassis nicht perfekt oder wir haben nicht die richtigen Einstellungen gefunden um eine 100%-ige Motorleistung herauszuholen.“ Das erklärt wohl auch den enttäuschenden 31. Platz im Qualifying, weshalb der Wallenhorster in seinen Finalrennen nicht über Platz 21 hinauskam. „Solche Wochenenden gibt es im Motorsport immer wieder. Jetzt müssen wir einfach als Team analysieren und zusammenarbeiten, um beim nächsten Mal wieder konkurrenzfähiger zu sein. Davon lassen wir uns nicht unterkriegen!“, zeigt sich Dennis Peter Scott kämpferisch und ergänzt noch: „Kartfahren ist eben ein hartes Stück Arbeit – sowohl körperlich als auch mental!“

Viel Zeit zum Analysieren bleibt dem Youngster und seinem Team vom RL-Competition um Teamchef Robin Landgraf nicht. Bereits am nächsten Wochenende geht vom 14. bis 16. Juli 2017 an die Traditionsstrecke in Kerpen. Dort steht der dritte Lauf der ADAC Kart Masters Saison auf dem Programm. „Der Erftlandring ist so etwas wie meine Heimstrecke. Wenn wir unsere Hausaufgaben ordentlich machen, sollten die Top-10 drin sein.“, ist der Rookie optimistisch.