Maik Kraske: „Das 24h-Rennen ist einfach geil“

 

Er ist einer von fast 13.000 DSKlern. Er liebt Motorsport, liebt den Nürburgring und die Nordschleife, hat als Fans selbst an der Strecke gecampt und sitzt jetzt in einem Auto, das Männerherzen höherschlagen lässt. Maik Kraske aus Berlin teilt sich beim diesjährigen 24h-Rennen das Cockpit eines Ford Mustang GT (Startnummer 45) mit seinem Kumpel Elmar Jurek, ebenfalls DSKler, und Stefan Kniesburges. In der Klasse SP 8 tritt das Trio an, das ‚Pony’ sicher über die Distanz zu tragen und nach Ablauf der 24 Stunden die Zielflagge zu sehen. Wir haben in einer kurzen Rennpause mit Maik gesprochen.

Im letzten Jahr hatte dein Auto beim 24h-Rennen deutlich weniger PS…

Ja, deutlich. 2016 bin ich mit einem Golf V in der Klasse SP 4T an den Start gegangen und wir haben den Klassensieg geholt. Okay, wir waren das einzige Auto in der Klasse. Aber, wir haben durchgehalten.

Und dieses Jahr?

Ich habe kurzfristig die Möglichkeit bekommen, bei TIC-Racing auf diesem wunderschönen Ford Mustang GT beim 24h-Rennen teilzunehmen. Der Wagen hat einen 5 Liter V8 Motor und 430 PS. Ein echt cooles Auto, das von Ford-Mitarbeitern und Ingenieuren von Getrag betreut wird.

Das Auto sieht toll aus und die inneren Werte stimmen. Aber Chancen auf einen Klassensieg habt ihr damit nicht?

Nein, das wird eher schwierig. In der SP 8 treten wir unter andere gegen den Lamborghini Huracan Super Trofeo, Lexus und Aston Martin an. Die haben eine deutlich bessere Aerodynaik als wir und sind sauschnell. Unser Mustang ist im Prinzip ein Serienmodell mit 6-Gang-Schaltgetriebe und über 1.600 Kilogramm Gewicht. Also im Vergleich zu den anderen ein richtiger Koffer.

Hast Du mal die Schaltvorgänge auf einer Runde Nordschleife gezählt?

Ganz ehrlich: Nein. Aber es sind schon einige. Den ersten und zweiten Gang brauchen wir gar nicht und bei dem Hubraum den wir haben, ist es an einigen Stellen auch egal ob wir die im dritten oder vierten Gang durchfahren. Ein Druck auf das Gaspedal und dann geht es vorwärts. Wir haben sogar den Autoschlüssel im Fahrzeug – für die Wegfahrsperre.

Wie erlebst Du das 24h-Rennen im Cockpit?

Das ist etwas ganz Besonderes, ein absolutes Highlight. Ich kann nicht jedes Jahr fahren. Umso mehr freue ich mich, wenn es klappt. Die Atmosphäre rund um die Strecke, die Fans – das ist Gänsehaut pur. Die Startaufstellung ist der Wahnsinn – jeder will dich oder das Auto fotografieren, Autogramme haben. Einfach geil.

Hast Du das Rennen schon aus Zuschauersicht erlebt?

Ich habe schon an der Strecke gezeltet und gefeiert, genau wie es die Fans an diesem Wochenende auch tun. Das ist auch super, aber man verfolgt das Rennen dann mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Am liebsten würde man in irgendein Auto reinspringen und mitfahren.

Warum bist Du DSK-Mitglied?

Mein Kumpel Elmar Jurek hat mich 2010 zum DSK gebracht. Es ist cool wie sich der DSK zum Beispiel hier beim 24h-Rennen für die Fans und seine Mitglieder engagiert. Ich war im letzten Jahr zum Interview mit Armin Schwarz im DSK-Zelt in der Müllenbachschleife. Im DSK herrscht ein Wir-Gefühl – hier sind alle so motorsportverrückt wie ich.