Regenschauer beschert Land Motorsport den Sieg

Es sind Geschichten, die nur ein 24h-Rennen schreibt. 126 Runden hat der Audi R8 von Land Motorsport das Rennen am Nürburgring angeführt, doch knapp eineinhalb Stunden vor dem Fallen der Zielflagge mussten sie wegen eines Sensorfehlers zurück in die Box. Die bis dato sichere Führung war futsch, Platz eins übernahm das Audi-Team WRT vor Rowe Racing. Doch der Renngott – sofern es einen gibt – hatte Erbarmen mit Teamchef Wolfgang Land und schickte 20 Minuten vor Rennende einen Regenschauer, bei dem sich die Ereignisse überschlagen sollten. Auf Platz drei liegend kam der Land-Audi zum letzten Routine-Stopp an die Box und Probleme beim Tanken ließen den Stopp länger dauern als geplant. Als parallel Regen einsetzte, änderte man kurzfristig die Strategie und wechselte als erstes Top-Team auf Regenreifen. Während die Konkurrenz noch auf Slickreifen über die Nordschleife rutschte, fuhr Schlussfahrer Kelvin Van der Linde sicher und souverän auf Platz eins vor und wurde von DTM-Pilot Timo Glock als Sieger abgewinkt.

Einer der strahlenden Sieger auf dem Podium: Markus Winkelhock, der das Rennen in der Eifel schon 2012 und 2014 mit Audi gewann. „Ich bin absolut happy. Wir waren fast 22 Stunden in Führung und sind dann auf Platz drei zurückgefallen. Ein Platz auf dem Podium ist schön, aber das Rennen hier willst du unbedingt gewinnen. Ich kann es so richtig noch gar nicht begreifen und bin sprachlos.“ Teamkollege Christopher Mies fasste das Rennen knapp zusammen: „Erst hatten wir Pech, dann kam Glück dazu.“

Teamchef Wolfgang Land – übrigens seit 1978 DSKler – hat in der langen Historie des Teams schon viele Erfolge und Siege gefeiert. Vor allem in Porsche-Markenpokalen war der Westerwälder seit 1993 äußerst erfolgreich unterwegs und auch in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring hat er zahlreiche Gesamtsiege gefeiert. Größter Erfolg für Land Motorsport beim Langstrecken-Klassiker in der Eifel ist ein dritter Platz im Jahr 2006. Wie es sich anfühlt ein 24h-Rennen zu gewinnen, erlebte er 2009 in Dubai. Aber das 24h-Rennen am Nürburgring zu gewinnen – das ist selbst für ihn absolutes Neuland.

Den zweiten Platz in der Eifel belegte die Mannschaft von Rowe Racing mit der Startnummer 98 und den Fahrern Palttala / Catsburg / Sims / Westbrook vor dem WRT-Audi mit Müller / Fässler / Frijns / Rast hinter dem Steuer der Startnummer 9.

Eine großartige Leistung inmitten der werksunterstützten Teams zeigte das Wochenspiegel Team Monschau mit den DSKlern Georg Weiss und Oliver Kainz sowie Jochen Krumbach und Daniel Keilwitz. Der bildschöne Ferrari 488 GT3 wurde auf Platz sieben abgewinkt – und hat damit alle Erwartungen übertroffen.