Editorial: 60 Jahre DSK

In seinem monatlichen Editorial bezieht DSK-Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn Stellung zu aktuellen Themen.

Der DSK feiert 2018 sein 60-jähriges Jubiläum. Aus den Anfängen einer Gründergeneration, die damals in einer gesellschaftlichen Krise des Motorsports das Heft selbst in die Hand genommen hat, ist Europas größter Verband für Sportfahrer erwachsen. 1958 wurde im Rennen noch häufig gestorben, auch Zuschauer standen ungeschützt am Streckenrand und wurden Opfer. Es mehrten sich öffentliche Stimmen, diesem ‚Unfug‘ ein Ende zu setzen. Zwar sprach noch kaum jemand über Umweltverschmutzung, aber sehr wohl über die Gefahr und die ‚nutzlose Kraftstoffvergeudung‘. Altehrwürdige Funktionäre der Sportorganisationen und Verbände erkannten damals die Zeichen der Zeit nicht, frei nach dem Motto: Sterben gehört zum Rennsport.

Vorausschauende Sportler wie Wolfgang Graf Berghe von Trips und Kollegen ergriffen die Initiative, den DSK als Interessenvertretung zu gründen. Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit, aber auch zur Stärkung der Interessen der Aktiven bestimmten die ersten Jahre. Sicherheit und Fairness hießen die Ziele und sind es bis heute geblieben. Der DSK vertrat und vertritt Motorsportler und sportliche Fahrer.

Heute sind es neue Bedrohungen, die dem Motorsport die Zukunftsfähigkeit nehmen können: Klimaschutz, Ressourcenschutz oder autonomes Fahren aber auch Kommerzialisierung, Kostenexplosion, Marketingstrategien, sinkende Zuschauerzahlen, teure Fernsehrechte, neue Medien, Stimmungsmache in den sozialen Netzwerken und eine Übersättigung durch vielfältige Unterhaltungsangebote bedrohen den Motorsport. Professioneller Renn- und Rallyesport sorgen einerseits dafür, dass das wirtschaftliche Interesse am Motorsport steigt, führen andererseits aber zu drastischen Kostensteigerungen und zu einer nachfolgenden Abfärbung auf den Breitensport. Die Kosten für Sicherheit steigen, ob nun direkt in der Technik, bei der persönlichen Schutzausrüstung, bei der elektronischen Überwachung oder indirekt über neue Maßnahmen am Rande der Piste, bei der Streckensicherung und im Veranstaltungsmanagement. Hier steckt der DSK ehrlicherweise in einem Dilemma: Sicherheit kostet Geld, aber Breitensport soll preisgünstig bleiben. Diese Schere wird sich in den kommenden Jahren leider weiter öffnen. Unsere Mitglieder vertreten dazu ein breites Meinungsspektrum zu den einzelnen Maßnahmen, aber alle wollen mehr Sicherheit erzielen, ohne das die Kosten grenzenlos eskalieren.

Wie gut, daß der DSK mit seinen 13.000 Mitgliedern eine hervorragende Kompetenz bündelt. Wir analysieren, wir beraten, wir kritisieren. Aber wir wollen auch in Zukunft einen sicheren und fairen Motorsport. Dafür brauchen wir jede Stimme. Helft mit, alle Fans und Unterstützer für unseren Verein zu gewinnen, helft mit, daß der DSK auch nach 60 Jahren noch die entscheidende Interessenvertretung aller Aktiven im Motorsport ist.

Herzlichst Euer, Kafi

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