Editorial: Das Problem des DMSB

In seinem monatlichen Editorial bezieht DSK-Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn Stellung zu aktuellen Themen. 

Regelmäßig erreichen uns beim DSK kritische Äußerungen über den DMSB. Insbesondere Breitensportler reiben sich an der nationalen Sporthoheit. Von ‚die machen uns das Leben schwer‘, sind ‚arrogant‘, ‚reden nicht mit uns kleinen Sportfahrern‘ bis hin zum Vorwurf der ‚Abzocke‘ durch immer weiter steigende Gebühren ziehen sich die Vorhaltungen. Als DSK sind wir die Interessenvertreter insbesondere für den Breitensport und greifen solche Beschwerden immer auf. Nicht jedes Mal sind sie allerdings nach unserer Prüfung auch gerechtfertigt. Motorsportler sind auch Egoisten und wollen oft nur eine spezielle Lösung für sich.

Ich beschäftige mich schon lange mit diesem Spannungsfeld zwischen aktiven Motorsportlern und ihrem nationalen Dachverband. Seit sechzig Jahren verschafft der DSK dabei den Aktiven Gehör. Ein Dachverband setzt sportliche Regeln, kontrolliert deren Einhaltung, vergibt Lizenzen, genehmigt Veranstaltungen, bildet Sportwarte aus und sanktioniert Fehlverhalten. Das ist für einen organisierten Sport unerlässlich und das findet man auch beim DFB oder anderen Sportverbänden. Der DMSB ist zudem gegenüber seinen Trägerverbänden wie ADAC, AvD, DMV oder ADMV rechenschaftspflichtig und er ist in internationale Organisationen wie FIA und FIM eingebunden. Auch dies macht es nicht einfacher. Aber trotz dieser Randbedingungen muss es dabei fair zugehen, die Verhältnismäßigkeit ist zu wahren und vor allem müssen Verbandsaufgaben transparent und nachvollziehbar sein.

Vermutlich ist es gerade das Gefühl der Ohnmacht, dass ‚die in Frankfurt‘ alles hinter verschlossenen Türen und eigenmächtig entscheiden. Hier liegt das Problem des DMSB. Es ist nicht nur sein Image, das er ‚draußen‘ hat, er muss auch seine eigene Rolle, seine Aufgabe und seinen Nutzen für den Motorsportler klar definieren und immer wieder kommunizieren. Technische und sportliche Entscheidungen sind zu erklären, wer diese getroffen hat und warum. Und, dass nicht nach ‚Gutsherrenart‘ regiert wird. Hier kann und muss der DMSB in seiner Kommunikation echt zulegen. Die mit seinen Aufgaben verbundenen Kosten sind transparent zu erläutern, sonst wird es immer wieder heißen, ‚die wollen nur eine neue Einnahmequelle erschließen‘.

Ich hatte in diesen Tagen einmal mehr ein intensives Gespräch mit einem DSKler, der dazu sein Unbehagen äußerte. „Wir fahren nicht mehr in Deutschland, weil die Maßnahmen des DMSB die Kosten treiben und der ‚Wasserkopf‘ immer weiter wächst“. Gerechtfertigt oder nicht, das geht auch anders: Als sich neulich ein DSK-Mitglied über die Finanzen des DSK informieren wollte, hat sich unser Schatzmeister Hardy Michel mit ihm zusammengesetzt und unsere Kalkulationen erläutert. Das ist Transparenz.

Und hier muss der DMSB dringend ansetzen: Erklären, erläutern und offenlegen, was er tut und was er dafür braucht. Natürlich benötigen wir einen Dachverband, um den Motorsport gut organisiert in die Zukunft zu führen. Der DSK unterstützt dies grundsätzlich, aber als aufmerksamer und kritischer Partner. Glücklicherweise stoßen wir bei den heutigen Verantwortungsträgern im DMSB auf mehr Verständnis und tauschen uns offen und regelmäßig aus. Das ist gut so, denn wir haben ein gemeinsames Ziel: Motorsport.

Herzlichst Euer, Kafi

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