Editorial: Herzlichen Glückwunsch, Winfried Matter

In seinem monatlichen Editorial bezieht DSK-Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn Stellung zu aktuellen Themen.

Winfried Matter, Ehrenpräsident und langjähriger Präsident des DSK feierte kürzlich seinen 70. Geburtstag. Dazu gratuliere ich ihm hier nochmal und im Namen des DSK ganz herzlich und wünsche ihm Gesundheit, Glück und Schaffenskraft, auch in seinem heutigen Lebensbereich in China. Selbst von dort aus nimmt er Anteil an der Entwicklung des Motorsports in Deutschland und unterstützt uns mit seinem Blickwinkel und seiner Fachkenntnis. Wir haben ihm viel zu verdanken. Von 1985 bis 2005 hat er den DSK geführt, ihn zur heutigen Größe aufgebaut. Winfried war ein streitbarer Präsident, hat alte Zöpfe abgeschnitten. Früher war der DSK ein kleiner, elitärer Club der Herrenfahrer. Unter seiner Führung wurde er ein großer, einflussreicher Verein. Er hat sich mit den Alt-Funktionären gefetzt, in den 80ziger Jahren die wichtige Umweltfrage in den Verein geholt und sich in seiner Amtszeit mit der damaligen ONS und später dem DMSB angelegt. Das war eine starke Position, auch wenn sie nicht immer in der Gemeinschaft der Verbände erfolgreich umgesetzt werden konnte. Winfried war und ist ein streitbarer Geist, oft wenig diplomatisch, aber immer offensiv und kantig. Er konnte nerven. Nicht immer waren oder sind wir einer Meinung, aber wir haben beide viel voneinander gelernt und hoffentlich zum Nutzen des DSK umgesetzt.

Die Zeiten ändern sich, der Motorsport wird professioneller, die Verbände erneuern sich. Das wirkt sich auch auf die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren aus. Kantige Charaktere gab es und gibt es in allen Organisationen rund um den Motorsport. Fahrer, Teamchefs, Vorstände und Regelsetzer bestimmen die Zukunft. Heute sind wir weit im 21. Jahrhundert angekommen. Nicht nur Sportler, sondern Medien, soziale Netzwerke, Marketingexperten und gesellschaftliche Entwicklungen bestimmen die Zukunft des Motorsports. Die Welt ist nicht mehr schwarz oder weiß sondern komplex. Empathie und Konsensfähigkeit sind Grundvoraussetzungen der neuen sozialen Kompetenz. Auch der DSK wird sich in der neuen Welt weiterentwickeln. Wir gehen miteinander in der Interessenvertretung der deutschen Sportfahrer einen Weg, der unter dem Strich für unsere Leidenschaft hoffentlich den besten Ertrag bringen wird.

Dazu brauchen wir die Jugend, die darüber befinden muss, was für Ihre Zukunft als Sportfahrer die beste Aussicht verspricht. Wir verbinden die Erfahrung der reiferen Jahrgänge mit dem Gestaltungswillen der Jugend. Wie der Motorsport in 20 oder 30 Jahren aussehen wird, kann niemand voraussagen, aber wenn wir uns nicht Gedanken darübermachen, überlassen wir die Entwicklung anderen. Das kann weder dem Sportfahrer noch dem begeisterten Zuschauer egal sein.

Winfried Matter hat mit seinem großen Einsatz für den DSK ein Lebenswerk geschaffen. Dafür danken wir ihm ganz herzlich. Lieber Winfried, alles Gute und bleibe uns weiterhin ein kritischer, streitbarer Ehrenpräsident.

Herzlichst Euer, Kafi

FacebooktwittermailFacebooktwittermail