Editorial: Motorsport First

In seinem monatlichen Editorial bezieht DSK-Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn Stellung zu aktuellen Themen. 

Motorsport und sportliches Fahren sind der Markenkern des DSK. Unsere Mitglieder und Freunde genießen die Freude am Fahren und wollen dafür möglichst optimale Bedingungen und die Akzeptanz in der Gesellschaft. Dafür setzen wir uns seit 60 Jahren ein. Unsere Gründungsväter, darunter Wolfgang Graf Berghe von Trips, wollten als aktive Motorsportler 1958 das Heft selbst in die Hand nehmen und sich bei der Interessenvertretung der Fahrer nicht auf den Träger der Sporthoheit, damals die ONS und die veranstaltenden Verbände, verlassen.

Sechs Jahrzehnte später hat sich die Welt gewandelt. Aus der ONS und der OMK ist der nationale Dachverband für den Motorsport, der DMSB, geworden. Motorsport hat seine gesellschaftliche Reputation gewonnen, auch wenn es natürlich immer noch Menschen gibt, die das nicht gut finden. Motorsport ist auch professioneller und kommerzieller und damit teurer geworden, auch im Hobby-Bereich.

Auch der DSK hat seine Rolle weiterentwickelt. Wir vertreten nach wie vor die Interessen der aktiven Motorsportler gegenüber den Verbänden, aber wir sind mehr denn je eine ganzheitliche Lobby-Organisation für den Sportfahrer und den aktiven Motosportler. Besonders wichtig ist uns dabei der Breitensport, also Motorsportler, die aus purer Freude dabei sind. Und um diesen geeignete Bedingungen zu bieten, kooperieren wir mehr denn je mit allen Akteuren im Motorsport, den Rennstrecken, den Veranstaltern, den Regelsetzern, den Teams und den Verbänden. Unsere Mitglieder sind deren Fans, Teilnehmer und Sportwarte.

Kooperieren heißt nicht, zu allem ja und amen zu sagen. Wenn wir Ärgernisse sehen, Ungerechtigkeiten feststellen oder Verbesserungsvorschläge haben, sprechen wir direkt mit DMSB, ADAC, AvD, DMV und vielen anderen Organisationen. Was passen auf, dass sich die Regularien nicht gegen die Bedürfnisse und Anforderungen des normalen Sportfahrers richten. Wobei ich immer wieder mal erkennen muss, dass häufig Einzelinteressen dahinterstecken, die als Gemeinschaftswillen dargestellt werden. Wenn die Empörung hochkocht, prüfen wir daher zuerst die Fakten und holen uns verschiedene Meinungen ein. Dazu ist der unmittelbare Dialog so wichtig und zahlreiche Beispiele der jüngeren Zeit zeigen, dass solche Interventionen durchaus von Erfolg gekrönt sein können.

Am Ende steht aber für mich nur eine Maxime: Egal wer bei einer Veranstaltung oder Serienausgestaltung das Heft in der Hand hält – wir brauchen einen gemeinsamen Willen, dem Sport zu nützen und Bedrohungen abzuwenden. Dazu sollten und dürfen wir uns nicht untereinander bekriegen, sondern müssen zusammensitzen, um Lösungen zu finden. Das ist der moderne DSK und auf diesem Weg wollen wir uns für den Erhalt des Motorsports nützlich machen.

Herzlichst Euer, Kafi

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