Editorial: Motorsport für Groß und Klein

In seinem monatlichen Editorial bezieht DSK-Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn Stellung zu aktuellen Themen. 

Neulich habe ich mal wieder Dienst gemacht bei einem Jugend-Kart Slalom. Und dabei gingen mir ein paar Gedanken durch den Kopf. Wir vermitteln den Bazillus schon ganz früh, und das ist gut so. Wenn ich unsere sieben- und achtjährigen Knirpse beobachte, schlägt mir das Herz hoch. Sie sind ernsthaft und konzentriert dabei. Sie nehmen den Wettbewerb an. Bei manchen kann man ein wirklich großes Fahrtalent beobachten, viele aber gehen spielerisch mit dem Kart um. Alles ist meiner Ansicht nach ok. Wir wollen die Freude am Selbst-Lenken vermitteln, ganz egal, ob daraus mal ein Sebastian Vettel oder ‚nur‘ ein guter Autofahrer wird.

Freude am Fahren ist unsere Botschaft, die wir schon in frühen Lebensjahren vermitteln wollen, dazu Wettkampfstress, der zur Charakterbildung beiträgt. Hier kann das Hobby einen wesentlichen Beitrag leisten. Was allerdings auch zu beobachten ist, sind die aufgeregten Reaktionen der Eltern, die wütend über den Parcours stampfen oder die Zeitnahme anzweifeln. Leute, lasst die Kirche im Dorf, möchte ich ihnen zurufen. Es sind Kinder und es geht hier nicht um die Formel-1-Krone.

Die Kinder-Kartslalom-Szene ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einem guten Fahrer im Alltag. Hier werden keine Rennfahrer gezüchtet, auch wenn Sebastian Vettel auch mal in dieser Dimension angefangen hat. Wenn dann der eine oder die andere Fahrerin dieser Gruppe entwächst und in den organisierten Motorsport findet, ist das natürlich schön und ganz im Sinne des DSK. Ganz nebenbei werden hier auch soziale Kompetenz und sportliche Fairness geschult, auch bei den Eltern.

Am Ende gehört es aber auch zu unseren Aufgaben, Eltern über den weiteren möglichen Weg im Motorsport aufzuklären. Denn nach dem Jugendkart-Slalom wird es richtig teuer, egal ob Kart-Rundstreckenrennen oder DKM, Formel 4 oder Rallyemeisterschaft. Es wird nur wenigen vergönnt sein, in der Karriereleiter aufzusteigen, aber es wird bei vielen der Motorsport-Bazillus bleiben. Hier brauchen wir Übergänge zum Hobby Motorsport, sei es im ‚kleinen‘ Rallyesport, in der RCN, im Automobil-Slalom oder anderen Formaten. Nur mit solchen Einstiegsmöglichkeiten wird es uns gelingen, junge Menschen auch als Aktive für den Motorsport zu begeistern. Das ist dann der Nachwuchs, den wir sowohl auf der Fahrer- wie auch Funktionärsseite brauchen und der im DSK seine Heimat findet.

Herzlichst Euer, Kafi

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