Editorial: Zusammenkommen und Reden hilft

In seinem monatlichen Editorial bezieht DSK-Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn Stellung zu aktuellen Themen. 

Rund um das 24h-Rennen gaben sich viele Akteure aus dem deutschen Motorsport die Hand. Neben dem Geschehen auf der Piste bestimmten wichtige Themen die Diskussionen. Der vom DSK und der Nürburgring Gesellschaft seit Jahrzehnten organisierte politische Frühschoppen am Sonntagvormittag gab dazu ein beredtes Beispiel. Mirco Markfort überbrachte eine gravierte Tafel als Zeichen der Partnerschaft zum 60. Jubiläum, alle Gäste und Freunde des DSK gratulierten. Aber viel interessanter kam die Botschaft der Polizei herüber: Motorport-Fans sind diszipliniert, rücksichtsvoll und einfach nur tolle Zuschauer. Die Bilanz des Spektakels kann sich – wie in den vergangenen Jahren – sehen lassen.

Bereits am Samstag haben wir im Zelt eine rauschende Party gefeiert, eine tolle Tombola mit bemerkenswerten Preisen, gestiftet von unseren Freunden und Förderern, sorgte für ein volles Haus. Das Zelt platzte aus allen Nähten, die Stimmung wurde von meinen Kollegen Hardy Michel und Friedhelm Kissel in einer professionellen Verlosung auf den Höhepunkt getrieben. Und schon der Freitagabend mit der Drift-Show und der Band Skybagg rockte das Zelt. Die Kameradschaft im DSK feierte an diesem Wochenende zu Recht ein würdiges 60-jähriges Jubiläum.

Auch die ernsten Gespräche, die auf die Zukunft des Motorsports zielten, die Begegnungen mit dem DMSB, dem ADAC, der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG, den Teamchefs und zahlreichen erfahrenen Aktiven, gehören beim 24h-Rennen zu den herausragenden Terminen. Für mich wird dabei immer wieder erkennbar, wie wichtig das Gespräch miteinander ist. Wie oft lassen sich Anregungen, Kritik oder auch Missverständnisse weitergeben oder klären, wenn man sich dabei in die Augen schaut, statt in den sozialen Netzwerken übereinander herzuziehen.

Ein Thema, das von einem DSKler angestoßen wurde, betrifft die medizinische Fitness älterer Kollegen. Natürlich sieht es wie eine Diskriminierung aus, wenn im fortgeschrittenen Alter ein Gesundheitszeugnis gefordert wird. Aber mal ehrlich: Jeder LKW-Fahrer muss ab 50 zum medizinischen Check. Rennfahrer mit gesundheitlichen Problemen gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Mitbewerber. Der DMSB hat hier anscheinend noch eine Lücke im Lizenzsystem und wir als DSK mit unserer Verpflichtung zu mehr Sicherheit müssen zwangsweise auf eine Lösung drängen. Ein medizinischer Check, der ernst genommen wird, hilft nicht nur dem Motorsportler sondern allen Beteiligten.  Entscheidend ist, dass alle Piloten gleichbehandelt werden. Der Gesundheitszustand kann keinen Promi-Faktor kennen. Und ganz nebenbei konnten wir im Gespräch mit dem DMSB ein kleines persönliches Problem eines Aktiven lösen.

Sicherheit, Fairness und Zukunftsfähigkeit – drei Leitgedanken des DSK haben uns auch wieder am Ring beschäftigt. Und so feiern wir weiter mit Euch noch das ganze Jahr 2018 unser 60-jähriges Jubiläum.

Herzlichst Euer, Kafi

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