Was für eine Hatz über die zwei Mal zwölf Stunden! Die 54. Auflage des ADAC RAVENOL 24h-Rennens auf dem Nürburgring bot den 352.000 Fans von Donnerstag bis Sonntag das volle Programm: Hagel im Training, sintflutartigen Regen am Samstagabend, und tückische Ölspuren in der Nacht. Während an der Spitze das Ravenol Racing Team mit Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin den ersten Gesamtsieg seit 2016 für Mercedes-AMG sicherte, prägten die Mitglieder des DSK den Langstreckenklassiker durch Klassensiege, Aufholjagden und Kampfgeist in allen Klassen.
In der Top-Klasse SP9 erlebte DSK-Routinier Frank Stippler auf dem neuen Ford Mustang GT3 EVO ein Wechselbad der Gefühle. Mit konstanten Stints hielt er die US-Boliden im Spitzenfeld, büßte jedoch durch einen unverschuldeten Reifenschaden nach einem Ausrutscher auf einer Ölspur Zeit ein. Am Ende wurde der Mustang Achter. Ein bemerkenswertes Rennen ohne zählbarem Erfolg feierten Jay Mo Härtling und Kenneth Heyer im Mercedes-AMG GT3 von Schnitzelalm Racing. In den frühen Morgenstunden stoppte ein geplatzter Ölkühler das Team, doch nach einer Reparaturpause der Crew durfte Heyer den Boliden in den Schlussminuten noch in Wertung über die Ziellinie steuern. Auf einem sehr starken neunten Platz in der Klasse SP9 Pro/Am landete Tobias Müller im Porsche 911 GT3 R von Black Falcon, nachdem er sich erfolgreich durch das dichte Feld gekämpft hatte.
Auch in den Cup-Klassen gab es für DSKler Grund zum Feiern. Allen voran Leon Wassertheurer, der im Porsche 911 GT3 Cup von Black Falcon ein fehlerfreies Rennen zeigte und sich nach 148 Runden den zweiten Platz auf dem Podium der stark besetzten Klasse Cup 2 sicherten. In der Klasse Cup 3 (Porsche 718 Cayman GT4) ging der Sieg an ein DSK-Mitglied: Lorenz Stegmann dominierte im Cockpit von W&S Motorsport das Feld und managte am Sonntagvormittag trotz zweier Kollisionen in der Nacht und einer heißgelaufenen Bremse einen Vorsprung von über sieben Minuten auf den zweitplatzierten DSK-Kollegen Alexander Fielenbach.
Ausdauer bewiesen auch Björn und Georg Griesemann im Porsche 911 GT3 Cup MR in der Klasse SP-PRO: Ein Steinchen blockierte die Drosselklappe. Die Mechaniker bauten den Motor aus und wieder ein – nach zweieinhalb Stunden Reparaturzeit brachten sie den Boliden noch auf dem ersten Platz ihrer Klasse ins Ziel.
Konkurrenzfähig präsentierten sich die DSK-Piloten auch bei den Tourenwagen und Produktionswagen. Die DSKler Marc Basseng und Manuel Lauck machten gemeinsam mit Nico Bastian im Hyundai Elantra N den Klassensieg in der TCR perfekt. Selbst ein Treffer von einem Konkurrenten konnte sie nicht aufhalten: Sie holten sich die Führung zurück und finishten als bester Fronttriebler des Feldes. In der Klasse SP10 (GT4) sicherten sich Michael Schrey und Philip Wiskirchen im BMW M4 GT4 nach einer fehlerfreien Fahrt durch das Nacht-Chaos den zweiten Platz auf dem Podium. Im Bereich der seriennahen Fahrzeuge ließen Philipp Leisen und Philipp Stahlschmidt von Adrenalin Motorsport der Konkurrenz keine Chance. Ihr BMW 330i gewann die VT2 Heck mit zwei Runden Vorsprung und wurde zum bestplatzierten Serienwagen des Wochenendes. Die Klasse V6 sah Christian Knötschke und Alexander Müller nach 128 Runden auf dem ersten Platz. Auch Jürgen Nett zeigte im Audi S3 fahrerische Klasse: Nach einem Leitplankenkontakt in der Nacht reparierte das Team den Wagen und brachte Platz vier in der VT2-Front am Ende sicher nach Hause.
Der DSK gratuliert allen erfolgreichen Fahrern, Teams und Mechanikern und blickt bereits auf das 55. Jubiläum vom 27. bis 30. Mai 2027 voraus!