Editorial: Tod dem Verbrennungsmotor?

Veröffentlicht am 01.06.2021
Leitartikel

In seinem monatlichen Editorial bezieht DSK-Präsident Dr. Karl-Friedrich Ziegahn Stellung zu aktuellen Themen.

Wer als aufmerksamer und interessierter Sportfahrer die vielfältigen Diskussionen und Emotionen um Elektromobilität und Verbrennungsmotoren verfolgt, stößt zwangsläufig auf das Modewort „Dekarbonisierung“. Da rollen sich meine Fußnägel auf: Carbon ist Kohlenstoff und der Grundstoff allen Lebens, aller Biomasse. De-Karbonisieren heißt also, organische Stoffe, von der Pflanze bis zum Menschen, zu entfernen. Manchmal muss man eben genauer hinsehen und nicht fahrlässig nur nachplappern.

Gemeint ist als Ziel im Klimaschutz eine „De-Fossilisierung“, das heißt, langfristig keinen tief unten gespeicherten fossilen Kohlenstoff mehr aus der Erde zu holen. Denn der zusätzlich in die Luft gebrachte Kohlenstoff trägt zur weiteren Erwärmung der Erde bei. Wenn wir bereits ‚im Umlauf‘ befindlichen Kohlenstoff wiederverwenden, also ‚recyceln‘, bleiben wir klimaneutral. ‚Future Carbon Cycle‘ heißt ein Forschungsgebiet, bei dem auch die synthetischen Kraftstoffe herauskommen. Und wenn man erneuerbare Energien nutzt, um den energiereichen Herstellungsprozess von synthetischen Kraftstoffen durchzuführen, bleibt man klimaneutral. Wer damit einen Verbrennungsmotor betreibt, bleibt ebenfalls klimaneutral und nutzt dennoch alle Vorteile, die Benzin oder Diesel bieten, einschließlich der weltweit vorhandenen Infrastruktur dafür. Eigentlich simpel und manchmal schadet daher etwas Grundkenntnis in Physik oder Chemie nicht.

Ein großes Kompliment an unseren Motorsport-Journalisten Marcus Schurig, der sich mit Experten zusammensetzt und wirklich gute Berichte für die ‚sport auto‘ produziert. Langsam und spät, aber nicht hoffnungslos, setzt sich diese Entwicklung auch in der öffentlichen Wahrnehmung durch. Bleibt noch die Frage offen, wie schnell sich Sachkunde in den Regierungen verschiedener Länder oder der EU entwickeln lässt, die jetzt noch lautstark auf das Aus für den Verbrennungsmotor setzen? Und welche Geschäftsmodelle sich für die Energiewirtschaft, die Fahrzeugindustrie und den internationalen Handel entwickeln werden, damit dieser Technologie-Pfad weiter Fahrt aufnimmt. Porsche, ExxonMobil und Siemens Energy sind sicher keine Tagträumer, wenn sie sich hier engagieren. Entscheidend wird sein, dass Treibhausgas-Emissionen nicht am Verbrenner, sondern am fossilen Verbrenner festgemacht werden. Vielleicht sollten wir Sportfahrer das auch mal mit den Kandidaten für die kommende Bundestagswahl diskutieren?

Herzlichst Euer
Dr. Karl-Friedrich Ziegahn

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