Der Deutsche Sportfahrer-Kreis trauert um eines seiner langjährigen Mitglieder. Andreas Schall, seit 1975 Mitglied im DSK, ist am 22. April 2026 im Alter von 87 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die Motorsport-Gemeinschaft eine prägende Persönlichkeit, deren Leben untrennbar mit der Nordschleife verbunden war.
Die Motorsport-Karriere von Andreas Schall begann 1967 bei der Rallye Ulm; ab 1969 war er regelmäßig auf der Nordschleife unterwegs. Seinen außergewöhnlichen Sportsgeist bewies er früh: 1973 bestritt er ein 36-Stunden-Rennen auf einem Mercedes 280 E und hielt das Steuer beeindruckende 34 Stunden lang – mit lediglich einem zweiten Fahrer an seiner Seite. Über fünf Jahrzehnte hinweg absolvierte er insgesamt 350 Rennen und rund 6.000 Runden auf der Nordschleife.
Anfang der 1980er Jahre stieg er in die heutige NLS ein und prägte die Serie wie kaum ein anderer. 1988 wurde er Vizemeister im Nordschleifen-Championat. Besonders die sportliche Partnerschaft mit seinem Sohn Ralf, die ab 1990 begann, machte die Familie Schall zu einer Institution im Fahrerlager. Von seinen insgesamt 98 Klassensiegen – die ihn auf Platz vier der ewigen Bestenliste der Serie führen – feierte er allein 80 gemeinsam mit Ralf. Hinzu kommen fünf Gesamtsiege. Die Leidenschaft für den Nürburgring lebt in der nächsten Generation weiter: Seine Enkelin Janina ist bereits in der NLS aktiv, Enkel Matteo im Kartsport.
Seinen emotionalen Abschied vom aktiven Cockpit gab Andreas Schall 2019 beim 44. DMV Münsterlandpokal, als er in seinem schwarzen Ford Escort RS 2000 eine letzte Ehrenrunde drehte – begleitet von seinem Sohn Ralf im Opel Astra V8 Coupé und bejubelt von Sportwarten und Fans am Streckenrand. Trotz aller Erfolge blieb er stets ein bescheidener Mensch, der kein Freund großer Worte war und die Atmosphäre am Ring zuletzt gerne als Zuschauer genoss.
Der DSK spricht der Familie Schall sein tiefstes Mitgefühl aus. Andreas Schall ist zu seiner letzten Runde aufgebrochen.